#VisionZero oder: Wie gestalten wir unseren Verkehrsraum neu?

#VisionZero oder: Wie gestalten wir unseren Verkehrsraum neu?

#VisonZero, die Idee, die Zahl der im Straßenverkehr getöteten auf Null zu bringen. Es klingt so sinnvoll, wird aber dennoch (meist) vollständig vom Deutschen Gesetzgeber und Verkehrs und Infrastruktur Planern ignoriert. Jedoch: Es geht. In Helsinki Starben 2019 nicht ein einziger Radfahrer oder Fußgänger. (Quelle) Zum Vergleich: In Berlin starben im Selben Zeitraum 40 Menschen im Straßenverkehr, pro einhundert tausend Einwohner etwa 10,9 mehr. (Quelle)

Dabei Stellt sich die Frage: Wie unterscheidet sich die Verkehrsplanung der beiden Städte? Und weiter: Wie oder in wieweit kann das Konzept aus Helsinki in Siegen eingesetzt werden?

Helsinkis Verkehrsfläche zeichnet sich durch Trennung von Rad und Motorisiertem verkehr, einem massiven ÖPNV aus. Zudem gilt Tempo 30 nicht als Ausnahme, sondern als Standard. Kreisverkehre und Bodenschwellen verringern die Geschwindigkeit motorisiertem Verkehrs zusätzlich. (Quelle) Damit ist der Kontakt zwischen Stärkeren und Schwächeren Verkehrsteilnehmern nur sehr begrenzt, was das Unfall -Risiko verringert. Vor allem die Umgebung von Schulen hat bei solchen baulichen Veränderungen Vorrang, was seit 2015 einen Rückgang verunfallter Kinder auf 0 nach sich zog. (Quelle)

Diese Veränderungen Wünschen sich auch eine Mehrheit der Radfahrer in Berlin. Beim Fahrradklima-Test wollen 2018 86% der Befragten vom Autoverkehr getrennt fahren. 39% bewerten das benutzen einer Gemeinsamen Fahrbahn mit einer 6. (Quelle)

Dies spiegelt auch die Ursache der meisten Tödlichen Radunfälle dar, 9 von 17 verstarben bei Abbiegeunfällen. (Quelle )

Natürlich Spielt vor allem das verhalten Motorisierter Verkehrsteilnehmer eine große rolle. Problematisch hierbei ist, dass von 4520 befragten nur 1185 angeben, als Verkehrsteilnehmer Sehr gut bis befriedigend (1-3) Akzeptiert zu werden. Außerdem geben 90% der befragten an, schon oft Konflikte mit Autofahrern gehabt zu haben.

Diese Ergebnisse zeigen nicht nur ein Bauliches, Sondern vor allem ein Gesellschaftliches Problem. Solange der Radverkehr gleichwertig zum Motorisierten Verkehr gesehen wird, kann keine Verkehrswende und damit kein sinnvoller Beitrag zur CO2 Emissionsreduzierung stattfinden. Denn: Der Vierkehrsektor stößt mit 20,8% die dritt meisten CO2 Emissionen aus. (Quelle)

Somit ist klar, dass eine Verkehrswende nicht nur die Lebensqualität in Städten erhöht, sondern notwendig ist, um den Menschen-gemachten Klimawandel zu verlangsamen.

Also: Was bedeutet das für Siegen? Unsere Stadt ist aktuell nicht Grade Fahrrad-freundlich. Die Situation hat sich zwar in den letzten Jahren deutlich verbessert, bleibt jedoch weiter eine Katastrophe für tägliche Pendler, wie ich einer bin. Es gibt keinen Respekt gegenüber Radfahrern, was auch oft in Anfeindungen und Beleidigungen endet.

Interessanterweise ist die Rad-Infrastruktur im Ländlichen Raum zumindest deutlich entspannter, da es oftmals alternativen zu Hauptstraßen gibt. In der Siegener Innenstadt jedoch ist keine Fahrrad-freundliche Verkehrsplanung zu erkennen. Beispielsweise wäre die Sand- bzw. Weidenauer Straße eine geeignete stelle für ein Pilot-Projekt. Die zwischen Reichwaldsecke in Siegen und Dillnhütten in Geisweid vierspurig ausgebaute Hauptstraße könnte auf zwei bzw. drei Spuren verkleinert und somit durch einen 3 Meter breiten Radweg ergänzt werden. Dies wäre auch auf der Frankfurter Straße zwischen Schleifmühlchen und der Kreuzung zur Koblenzer bzw. Sandstraße möglich.

Allein diese, relativ kleine, Veränderung würde den Alltagsradler deutlich entlasten, da man sich somit deutlich schneller in der Stadt bewegen könnte. Dies würde zudem den Motorisierten Individualverkehr dort unpopulär machen. (Darüber, dass eine Straßenbahn zwischen Siegen Hbf und Geisweid nötig ist, muss gar nicht gesprochen werden.)

Es liegt nun an den Städten und Kommunen, Fahrradfahren attraktiv, und Motorisierten Individualverkehr unattraktiv zu machen. Nicht nur, um die Pariser Klimaziele, zu welchen sich Deutschland verpflichtet hat, umzusetzen, sondern auch, um Leben zu schützen.

So gilt innerorts in Deutschland grundsätzlich Tempo 50, anders wie in Spanien oder Finnland. (Quelle) Dies wäre ein angemessenes Signal der Regierung, das die Verkehrswende ernst gemeint ist.

(Es sind 2020 22.500 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schade gekommen, 48 davon Starben. (Quelle))

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